Abos für Kleidung

Die Idee klingt erst einmal gut: Statt ständig auf die Jagd nach den neuesten Trends zu gehen, lässt man sich regelmäßig Kleidung nach Hause kommen. Ein Kleidungs-  Abo sorgt dafür, dass in Kleider-   oder Schuhschrank keine Langeweile aufkommt. Gerade für Menschen, die außerhalb der großen Zentren wohnen, scheint dies eine Option zu sein, doch was ist von den Kleiderabos tatsächlich zu halten?
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Schuhe im Abo

Frauen lieben Schuhe, manche haben einen regelrechten Schuhtick. Das betrifft nicht nur die Menge der Treter, sondern auch das perfekte Styling. Kleid und Schuh müssen nach dem Geschmack ihrer Trägerin hundertprozentig zusammen passen, sonst fühlt sie sich unpassend angezogen. Eine große Auswahl an Schuhen ist somit notwendig, um die Kombinationsmöglichkeiten für ein passendes Outfit zu erhöhen. Diese schlichte mathematische Tatsache ist ein gutes Argument für die „Schuhflatrate“, die seit einiger Zeit im Internet angeboten wird. Hier kann sich die Abonnentin zwischen drei Paketen entscheiden mit einem, zwei oder drei Paar „Designerschuhen“ pro Monat. Die Preise pro Paar liegen zwischen 20 und 30 Euro. Das klingt erst einmal sehr günstig, doch gibt es für das Geld keine Lederschuhe; die Fußmode wird aus Polyurethan gefertigt. Der PU abgekürzte, vielseitige Kunststoff wird in der Industrie häufig als Schaum eingesetzt, so zum Beispiel für Polstermöbel, Autositze, oder als Bauschaum zur Wärmedämmung aber auch für Winterkleidung. Die Faser Elasthan, die zu 85 Prozent PU enthält, findet unter Handelsnamen wie Lycra oder Dorlastan für enganliegende, dehnbaren Kleidungsstücke Verwendung. So bei Bündchen, Socken, Wollstrumpfhosen und Badekleidung. Prinzipiell sollten somit die Trageeigenschaften auch als Schuh zumindest ausreichend sein. Doch bleibt die Frage, wie es um schönes Aussehen und Haltbarkeit der Schuhe bestellt ist. Wie lange müssen diese überhaupt gut aussehen oder halten, wenn sowieso bald wieder neue Schuhe ins Haus flattern?

Unterwäsche im Abo

Möglich ist mittlerweile auch ein Abo für Dessous. Das funktioniert so, dass die Kundin zuerst eine Profil festlegt, also, ob sie eher der romantische, der klassische oder der Vamp-  Typ ist, und dann erhält sie monatlich neue Dessous „von Markenherstellern“ zugesandt, versandkostenfrei selbstverständlich inklusive eines „Geschenks“. Je nach Wunsch bekommt die Bestellerin jeden Monat, aller zwei oder drei Monate drei bis fünf Dessous zugeschickt. Kosten soll der Service recht wenig, pro Dessous-Teil unter zehn Euro. Doch wer die Preise echter Markendessous kennt, weiß, dass er dafür keine allzu hochwertigen Produkte erwaten kann und auch das Design ist bei genauerer Betrachtung nicht allzu ansprechend. Ganz zu schweigen von den Problemen, die billige Textilien oft mit sich bringen wie die Belastung mit nicht ganz ungefährlichen chemischen Substanzen.
Sinnvoll kann hingegen ein anderes Angebot sein, nämlich Männer regelmäßig mit Socken und Unterwäsche zu beliefern. Die Herren der Schöpfung sind ja bekannt dafür, gerade in dieser Beziehung sehr sparsam zu sein und so sorgt das Unterwäsche & Socken-  Abo dafür, dass sie ihre Wäsche und Strümpfe nicht mehr tragen müssen, bis die Stücke auseinanderfallen. Der Vorteil für den Anbieter und Kunden hierbei ist, dass Männer, wenn sie sich einmal für eine(n) bestimmte(n) Schnitt, Typ, Marke entschieden haben und damit zufrieden sind, ihrer Ent

Kinderkleidung im Abo

Abo-  Angebote gibt es auch für Kinderkleidung. Dies ist sicher das problematischste Feld überhaupt, ist der Bedarf an neuer Kleidung größer. Grund dafür ist vor allem das schnelle Wachstum der Kleinen. Das bringt es selbstverständlich mit sich, dass die Kleidergrößen sich ständig ändern. Häufiges Zurückschicken der abonnierten Kleidung ist damit quasi schon vorprogrammiert. Auch wenn der Rückversand kostenlose sein sollte, muss sich jeder fragen, ob sich Aufwand und Zeiteinsatz lohnen. Gerade weil Kinder schnell aus ihrer Kleidung herauswachsen, gibt es vielerorts spezialisierte Second Hand-  Geschäfte, wo Eltern preiswerte Kleidung für ihre Nachwuchs erwerben und so Geld sparen können.

Kleiderabos – Ja oder nein?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Idee der Kleiderabos durchaus ihre Berechtigung hat, vor allem für Sachen, die man immer wieder in ähnlicher Form gebrauchen kann wie alltagstaugliche Unterwäsche oder Socken. Problematisch zu sehen ist, dass das Abo zu einer alles andere als nachhaltigen Konsummentalität verführen: „Ältere“ Kleidungsstücke werden leichter weggeworfen, weil es ja bald wieder etwas Neues gibt. Verhältnismäßig niedrige Preise sind zwar verlockend, doch ist dafür keine gute Qualität zu erwarten. Mit anderen Worten: Die Produkte haben höchstwahrscheinlich keine lange Lebensdauer und/oder verlieren schnell ihren „Glanz“. Ernsthafte Angebote sollten deshalb auch mit tragfähigen Preisen arbeiten.
Nicht vergessen werden darf, dass bei fast allen Abos die Kunden die Waren nicht selbst aussuchen können, sondern diese aus einem Pool automatisch zugeschickt bekommen. Wer einen individuellen Stil hat, der wird sicher nicht immer mit dem zufrieden sein, was geliefert wird. Frust ist somit vorprogrammiert. Viel sinnvoller ist es da, sich gezielt Kleidung zu leihen. Auch dafür gibt es im Internet schon Angebote.