Kindermode

Kleine Kinder haben noch keinen eigenen modischen Geschmack. Sie wissen zwar recht schnell, was ihnen überhaupt nicht gefällt, aber ansonsten lassen sie sich noch hauptsächlich von ihren Müttern einkleiden. Erst mit der Zeit entwickeln die Kleinen ganz eigene Vorlieben. Spätestens im Teenager-  Alter werden sie dann regelrechte Modetyrannen, die nur noch das tragen, was ihrer Meinung nach gut aussieht, egal, was die Erziehungsberechtigten davon halten. Kindermode im eigentlichen Sinn gibt es noch nicht allzu lange. Zwar gab es schon lange für Kinder typische Kleidung, doch deren „Design“ war vor allem praktischen Erwägungen geschuldet, so der Sicherheit der Kinder aber auch, um ihre kleinen Körper frühzeitig zu formen.

Kindermode und ihre Entwicklung

Kindermode
Quelle: freedigitalphotos.net | Tina Phillips
Die Kleinsten wurden lange Zeit bis ins zweite Lebensjahr gewickelt, erst Ende der 1950er setzte sich der Strampelanzug durch. Bis ins sechste Lebensjahr trugen Mädchen wie Jungen lange Kleider, darüber Umhänge oder weite Hemden. Erst danach gab es für die beiden Geschlechter unterschiedliche Kindermode. Die Jungen durften ihre ersten Hosen tragen, die Mädchen kleideten sich nach der Art ihrer Mütter. Seit dem Biedermeier bis nach dem Ende des Ersten Weltkrieges trugen viele Jungen einen Matrosenanzug, Mädchen vor allem weite Kleider mit viel Spitzen und Rüschen. Der Matrosenanzug war die erste echte Kindermode, die nicht dem Erwachsenenstil nachempfunden war. Später kamen Kniebundhosen oder Knickerbocker, Kinderwesten, -  jacken, -  hüte und Kinderschuhe in Mode, die die Kleinen wieder zu Abziehbildern der Großen machten.
 
Ab 1960 orientierte sich die Kindermode, dem Bewegungsdrang der Kinder gerecht werdend, vor allem an der Freizeitmode der Erwachsenen. Kindermode ist heute vor allem farbenfroh, bequem und praktisch. Sie zeichnete sich durch freche, fröhliche Schnitte, Motive aus Comics oder Kinderbüchern und vielfach auch durch naturbelassene Stoffe aus, die Haut und Gesundheit der Kinder schützen. Zur Sicherheit der Kleinen verzichtet Kindermode auf überflüssige Accessoires aber auch Stricke, Kordeln etc. Gerade für die dunkle Jahreszeit verfügt Kindermode häufig über Reflektoren und auffälligen Markierungen, damit die kleinen Verkehrsteilnehmer besser wahrgenommen werden und so Unfälle zu vermeiden.